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LC-Bergwanderwoche vom 9. bis 15. August 2026 in Brand/Brandnertal
09.08.2026: Anreise und Eingehrunde im Brandnertal. Die Anreise erfolgte mit privaten PKWs; wir erreichten trotz starken Verkehrs am frühen Nachmittag unser Hotel „Tannleger“ auf 1040 m Höhe, wo unser Bergführer Reiner Blöchl zu uns stieß. Nach Bezug unserer Zimmer ging es auf die schon traditionelle Eingehrunde: Vom direkt an der Alvier gelegenen Hotel folgten wir dieser flussauf in Richtung Talschluss bis zum Kesselfall. Hier zwängte sich die Alvier unter uns durch eine enge Klamm. Der Blick auf die umliegende Bergwelt erhöhte noch unsere Vorfreude auf die vor uns liegende Wanderwoche. 6 km, 150 m im Auf- und Abstieg.
10.08.2026: Von Brand mit der Dorfbahn hinauf zur Alpe Parpfienz und weiter zum Amatschonjoch (2028 m)
Dank der Gästekarte konnten wir den öffentlichen Nahverkehr und die Bergbahnen kostenlos nutzen. Die fußläufig gut erreichbare Dorfbahn brachte uns bei herrlichem Wetter auf eine Höhe von rund 1400 m; hier begann unser Aufstieg über Almwiesen zur Inneren Parpfienzalpe auf 1528 m. Der weitere Weg führte uns weiter über Almwiesen hinauf zum Glattjoch auf etwa 2000 m Höhe. Nach einem ersten Picknick ging es weiter in das Palüdtal mit von Wollgras umgebenen sumpfigen Tümpeln. Von hier war es nicht mehr weit zum Amatschonjoch auf 2028 m. Nach der Mittagspause mit schönem Blick auf die Berge des Brandnertals stiegen wir entlang des Palüdbachs ab und wechselten auf einem Querweg zurück in das Parpfienztal. Nach einer weiteren Rast auf der Parpfienzalpe ging es zurück zur Dorfbahn und mit dieser ins Tal. 12,3 km, 690 m im Auf- und Abstieg.
11.08.2026: Vom Talschluss mit der Lünerseebahn zum Lünersee und zur Lünerkrinne und dem Gafalljoch. Mit dem Bus ging es flussauf zur Talstation der Lünerseebahn auf 1570 m Höhe, die wir für die Bergfahrt zum Lünersee auf 1970 m nutzten. Dieser war der größte natürliche Bergsee der Ostalpen, bevor ab 1920 Abdichtarbeiten an der Seebarre (der natürlichen Felsbarriere) begannen und später die relativ niedrige Staumauer errichtet wurde. Der erste Vollstau erfolgte 1959 und seitdem wird der See in einem Pumpspeichersystem genutzt. Wir starteten unseren Rundweg um den See in Richtung Osten über die Dammkrone und folgten dem Weg hinauf zur Lünerkrinne (2155 m), einem Joch, das den Blick in das Rätikom erlaubt. Beim Abstieg zum See war der über dem gegenüberliegenden Ufer thronende höchste Berg der Region, die an der Schweizer Grenze gelegene Schesaplana (2965 m) zu sehen. Kurz bevor wir die Lünerseealpe am Südufer erreichten, zweigte der Aufstieg zum Gafalljoch (2239 m) ab, wo wir an einer windgeschützten, aber kühlen Stelle eine kurze Rast einlegten. Nach dem Abstieg zur Lünerseealpe genossen wir bei deutlich angenehmeren Bedingungen Kaffee und Kuchen, bevor wir den Rundweg um den Lünersee zur Bergbahn fortsetzten. Nach der Abfahrt ging es mit dem Bus zurück nach Brand. 10,5 km, 470m im Auf und Abstieg.
12.08.2026: Vom Wanderparkplatz Tschengla über die Furklaalpe auf die Mondspitze (1967 m). Mit eigenen PKWs ging es talauswärts nach Bürserberg und hinauf zum Wanderparkplatz Tschengla auf rund 1200m. Über Alpwiesen und teils durch Wälder - Schatten war bei den hohen Temperaturen hochwillkommen - ging es hinauf zur Alpe Furkla auf 1619 m. Die wunderschöne Aussicht und die junge Alpbauernfamilie luden zu einer erholsamen Rast ein. Für Unterhaltung sorgte auch ein eintägiges Kälbchen, das munter durch die Gegend sprang. So gestärkt nahmen wir den anspruchsvollen (T3) und seilversicherten Aufstieg auf die Mondspitze (1967 m) in Angriff. Dort erwartete uns ein beeindruckender Rundblick über die Vorarlberg- und Rätikonregionen. Beim Abstieg lockte kurz vor dem Ziel noch ein Kneipbad. 7 km, 770 m im Auf- und Abstieg.
13.08.2026: Vom Lünersee über die Totalphütte (2385 m) zur Schesaplana (2965 m) und zurück. Von der Bergstation der Lünerseebahn starteten wir bei strahlendem Sonnenschein zu unserer Königsetappe. Zunächst folgten wir dem ebenen Rundweg in Richtung Westen, um nach einiger Zeit auf den steilen, gerölligen Aufstieg über 400 m zur Totalphütte zu wechseln, die wir gegen 11:00 Uhr erreichten. Diese Hütte, die 2019 weitgehend einer Staublawine zum Opfer fiel, ist auch nach dem Wiederaufbau gut besucht und verwöhnte uns mit einem schnellen und guten Mittagessen. Der weitere Aufstieg zur Schesaplana ist steil, anspruchsvoll (T3) und teilweise seilversichert. Nach weiteren rund 600 Höhenmetern erreichten wir den Gipfel (2965 m) gegen 13:30 Uhr. Die Aussicht von dort ist grandios, denn in der näheren Umgebung gibt es keine ähnlich hohen Gipfel. Neben dem Blick zum Lünersee, auf den Brandnergletscher und das Brandnertal waren Teile von Bludenz, dem Rheintal und dem Bodensee zu sehen. Bei guter Sicht soll auch die Zugspitze erkennbar sein. Nach kurzer Rast begannen wir den Abstieg, um die Lünerseebahn rechtzeitig zu erreichen. Zwar ist der Abstieg weniger anstrengend, erfordert aber wegen gerölliger Abschnitte und Steilstücke volle Konzentration. Nach einer erneuten Rast auf der Totalphütte fiel der letzte Teil des Abstiegs zum Lünersee leichter und wir erreichten die Bergbahn rechtzeitig. Nach dieser schweren Etappe schmeckte uns das Abendessen besonders gut! 10,3 km, gut 1000 m im Auf- und Abstieg.
14.08.2026: Abschied vom Hotel Tannleger (1040 m) und Aufstieg zur Sarotlahütte (1660 m).
Nachdem das Hauptgepäck verstaut war, starteten wir zu unserer Hüttenwanderung: Zunächst ging es vom Hotel auf einem Wirtschaftsweg flussab entlang der Alvier durch das noch schattige Brandnertal in Richtung Büserberg. Nachdem wir rund 100 Höhenmeter abgestiegen waren, mündete von rechts das Sarotlatal. Unser Aufstieg zur Hütte begann zunächst moderat durch schattige Wälder. Bald zog der Weg aber deutlich steiler und steiniger talaufwärts, wobei wir mehrfach den Sarotlabach auf betagten Brücken überquerten. Nach etwa der Hälfte des Aufstiegs endete die Bewaldung und eine Felsbarriere mit mehreren Wasserfällen kam in den Blick. Die nun folgende Wegstrecke verlief in steilen Serpentinen und war deutlich anstrengender, da wir nun auch stärker der Sonne ausgesetzt waren. Entsprechend groß war die Freude, als schließlich die Sarotlahütte in den Blick kam und mit kühlen Getränken und einem Mittagsimbiss lockte. Anschließend stiegen einige von uns noch weiter auf, um die Region oberhalb der Hütte zu erkunden. Zunächst ging es über eine mit Zirben bewachsene Geröllhalde hinauf. Den weiter hinauf führenden Weg nahmen aber nur Steffen und Gerd in Angriff, während sich der Rest der Gruppe im Umfeld der Hütte entspannte oder nur kurze Touren in das obere Sarotlatal unternahm. Das nepalesische Küchenteam war derweil mit den Vorbereitungen für das Abendessen beschäftigt. Dabei buk es eine größere Anzahl Brotlaibe in einem mit Holz befeuerten Ofen, der vorher schon für die Herstellung von Pizzen angeheizt worden war. Diese hatten auch eine größere Anzahl von Tagesgästen angelockt, die dafür den anstrengenden Aufstieg auf sich genommen hatten, teilweise mit kleinen Kindern. Vor dem Abendessen verabschiedeten wir uns von Karin und Franz-Peter, die sich vorab gegen die Hüttenübernachtung entschieden hatten und nun zum Hotel zurückkehrten. 6 km, Aufstieg 720m, Abstieg 100 m, plus individuelle Touren am Nachmittag.
15.08.2026 Abstieg ins Brandnertal und Rückweg in die Pfalz.
Nach dem Hüttenfrühstück fiel der Abstieg in der Morgenkühle wesentlich leichter als der Aufstieg auf gleichem Weg. Das Hotel erreichten wir gegen 10:30 Uhr und nach Kleiderwechsel und kurzer Stärkung ging es auf den Heimweg. Trotz des für diesem Tag angekündigten starken Reiseverkehrs erreichten wir die Pfalz ohne größere Probleme gegen 16:00 Uhr. Damit endete unsere gelungene und eindrucksvolle Bergwanderwoche; zur guten Stimmung trug auch die Möglichkeit bei, das Programm nach den eigenen Wünschen anzupassen und auf schwere Etappen ganz oder teilweise zu verzichten. Auf die Neuauflage im kommenden Jahr freuen wir uns schon jetzt. Die Planung dazu ist bereits angelaufen, wobei wir uns jederzeit über Verstärkung freuen!