News
UTMB Zugspitz Ultratrail 2026 (19.06.2026)
Hier ist der der sehr persönliche Bericht von Thomas Bendig: Die Vorbereitung war geprägt von steigenden Wochenkilometern, die sich von rund 35 km in den ersten Trainingswochen bis auf über 65 km in den intensivsten Phasen steigerten. Höhepunkte waren zwei lange Trainingsläufe mit echtem Renncharakter: der Neckarcross Ultra (59 km, 2.300 Höhenmeter) als Generalprobe sowie der Ultra Trail du Petit Ballon (52 km, 2.246 Höhenmeter) im Elsass — beide als wichtige Bausteine für die Distanz- und Höhenmeterverträglichkeit auf langen Strecken.
Der Petit Ballon brachte dabei auch eine wichtige Erkenntnis: Die Downhill-Passagen bereiteten mir dort spürbar Probleme — Technik und Vertrauen in die eigenen Beine waren bergab noch ausbaufähig. Genau daran wurde in den folgenden Wochen gezielt gearbeitet. Ein zentraler Trainingsbestandteil waren außerdem mehrere Nachtläufe, da der Zugspitz Ultratrail traditionell mit einem Nachtstart beginnt und mehrere Stunden Lauferfahrung im Dunkeln verlangt. Parallel dazu wurde die komplette Renn-Ausrüstung über Wochen hinweg getestet — von der Verpflegungsstrategie über Elektrolytversorgung bis hin zu Schuhwahl und Wechselausrüstung, um am Renntag keine Überraschungen zu erleben.
Doch der Berg hatte andere Pläne: Aufgrund einer Gewitterwarnung mit Unwettergefahr im exponierten Hochgebirge wurde die Strecke kurzfristig vor Ort umgeplant — neuer Start in Leutasch um 21:30 Uhr, die Distanz von 107 auf 74 Kilometer gekürzt. Aus dem erhofften Sonnenaufgang im Hochgebirge wurde eine andere Geschichte: Statt Gewitter erwartete uns tagsüber stattdessen eine veritable Hitzeschlacht.
Mit Anstiegen über Scharnitzjoch (2.048 m), Wamberg, Brauneck, Eckbauer und Hupfleitenjoch verlangte uns auch die verkürzte Strecke alles ab. Und hier zeigte sich, dass die Arbeit an den Downhills sich ausgezahlt hatte: Während es beim Petit Ballon bergab noch haperte, konnte ich beim ZUT die Abfahrten regelrecht „ballern“ — eine echte Wohltat für den Kopf nach Stunden in den Bergen, und ein Beweis dafür, dass gezieltes Training genau dort wirkt, wo man es am meisten braucht.
Gemeinsam mit Laufbuddy Steffen ging es über weite Strecken der Distanz im Gleichschritt — bis hinauf zum letzten großen Anstieg. Dort trennten sich die Wege: Während meine Beine für den Downhill noch frisch genug waren, hatten Steffens Beine nach Stunden in den Bergen genug vom Bergabtempo. Auf sich allein gestellt fand er dann nochmal zu ungeahnter Frische - ob es der Ehrgeiz war oder der ein oder andere Energy Drink an den letzten Verpflegungsstationen, bleibt sein Geheimnis. Steffen Janke (im Ziel): „Als er weg war, hatte ich permanent seine Stimme im Kopf, die gesagt hat: ‘Auf Buddy, lass uns laufen, wir schaffen das.‘"
Nach über 13 Stunden, 74,5 Kilometern und 3.296 Höhenmetern stand am Ende ein Finish, das anders aussah als geplant - aber nicht weniger hart erkämpft war. So lautet das Fazit: Ein Rennen ist eben nicht nur das, was man sich vornimmt, sondern auch das, was man daraus macht, wenn alles anders kommt.“
Ergebnisse (722 Finisher):
Thomas Bendig (M45): 13:54:26 Stunden, 572. insgesamt, 492. Mann, 63. M45
Staffen Janke (M55): 14:11:17 Stunden, 600. insgesamt, 518. Mann, 24. M55