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LC-Bergwanderwoche vom 11. bis 17. August 2024 in Mandarfen/Pitztal
11.08.2024 Anreise und Eingehrunde in Mandarfen
Wie im vergangenen Jahr reisten wir in zwei privaten PKWs an. Wir erreichten trotz regen Verkehrs am frühen Nachmittag unsere Pension „Mittagskogel“ auf 1700 m Höhe, wo uns unser Bergführer Reiner Blöchl schon erwartete. Nach Bezug unserer Zimmer ging es auf die schon traditionelle Eingehrunde: Vom Hotel aus wanderten wir an der Talstation der Rifflseebahn vorbei etwa 100 Höhenmeter hinauf zur Taschachalm und auf einem schmalen Weg entlang des durch Regenfälle und Tauwasser gut gefüllten Taschachbachs und schließlich der Pitze zurück zum Hotel.
12.08.2024 An der Taschachalm vorbei zum Rifflsee und zur Sunna-Alm (2300 m)
Bei herrlichem Wetter starteten wir vom Hotel aus unseren Aufstieg vorbei an der Taschach-Alm hinauf zum Rifflsee. Dabei hatten wir eine schöne Aussicht in das Taschachtal und auf die darüber liegende Gletscherwelt. Den von einem Hochmoor umgebenen Rifflsee umrundeten wir, bevor es zur Rifflseehütte ging (2293 m), wo wir einkehrten. Der Blick ins langgestreckte Pitztal und die Bergwelt rund um die Wildspitze war eindrucksvoll. Für den Heimweg wählte ein Teil der Gruppe den direkten Abstieg, während der Rest weiter zur Sunna Alm (2300m) ging, um dann Knie-schonend mit der Rifflseebahn zu Tal zu schweben.
13.08.2024 Mit der Gletscherbahn auf den Mitterkopf (3440 m) und von der Mittelstation auf den Mittagskogel (3162 m)
Vom Hotel wanderten wir zunächst entlang der Pitze zur Talstation der Gletscherbahn; von dort ging es zunächst mittels einer in einem Stollen verlaufenden Standseilbahn zur auf 2840 m Höhe gelegenen Mittelstation. Der weitere Aufstieg mit einer Kabinenbahn führte zum futuristischen Gletscher-Cafe am Mitterkopf auf 3440 m Höhe, von wo aus wir noch einige weitere Höhenmeter zu einem Aussichtspunkt aufstiegen. Von dort aus hatten wir einen atemberaubenden Rundumblick auf die sehr eindrucksvolle Gletscherwelt unterhalb der Wildspitze, dem mit 3768 m zweithöchsten Berg Österreichs. Zurück an der Mittelstation begannen wir unseren Aufstieg zum Mittagskogel. Dieser führte über verblocktes Geröll-Gelände; ein Steinbockrudel ließ sich von den Wanderern nicht weiter stören und konnte so ausgiebig fotografiert werden. Vom Gipfel des Mittagskogels konnte nicht nur die umliegende Berg- und Gletscherwelt bewundert werden, sondern auch der am Vortag umrundete Rifflsee, das Taschachtal und das etwa 70 km lange Pitztal mit unserem Standort Mandarfen. Wegen aufziehender Wolken und einer Gewitterwarnung traten wir nach kurzer Pause den Rückweg zur Mittelstation an. Leider kam es dabei zu einem Sturz, der zu Schnitt- und Schürfwunden am rechten Unterarm führte, die von unserem Bergführer vorbildlich versorgt wurden. Somit konnten alle aus eigener Kraft den Abstieg fortsetzen und mit der Bergbahn zurückkehren. Wie die spätere Untersuchung im Tal zeigte, war der Unterarm jedoch gebrochen und musste mit einem Gipsverband versorgt werden.
14.08.2024 Arzler Alm (1900 m), Rappenkopf (2320 m) und Tiefentalalm 1880 m)
Aus gesundheitlichen Gründen entschloss sich unser Bergführer, die Leitung für die restlichen Tage an Gabriele Mooser weiterzugeben. Gabi erwies sich als erfahrene Führerin und hat ihre Aufgabe hervorragend gemeistert. Wegen der unsicheren Wetterlage entschieden wir uns für eine Almenwanderung, die am Parkplatz Scheibe/Piösmes an der Pitze auf 1400 m startete. Durch schattigen Bergwald ging es auf einem Steig über 500 Höhenmeter zur Arzler Alm, die einen schönen Blick in Pitztal bot. Nachdem wir uns dort erfrischt und eine Eselfamilie mit etwa zweiwöchigem Fohlen bestaunt hatten, starteten wir den weiteren Anstieg zum oberhalb der Baumgrenze liegenden Rappenkopf. Dieser Aussichtspunkt erlaubt einen weiten Blick über das Pitztal mit imposanten Gipfeln wie der vergletscherten Hohen Geige (3393 m). Nach kurzer Rast ging es auf einem Rundweg zurück zur ArzlerAlm, die Gelegenheit zur Einkehr bot. Anschließend wählten wir nicht den direkten Abstieg, sondern wanderten auf dem Almenweg durch einen Zauberwald mit Flechten und beeindruckenden Wurzeln zur Tiefentaler Alm. Da inzwischen leichter Regen eingesetzt hatte, stiegen wir von dort auf einem Forstweg zügig zum Ausgangspunkt ab.
15.08.2024 Rüsselsheimer Hütte (2315 m), Aussichtspunkt Gahwinden (2648 m) und Weissmaurachsee (2550 m)
Bei strahlendem Sonnenschein nahmen wir zunächst den Bus nach Plangeross, von wo aus wir noch etwa einen Kilometer entlang der Bundesstraße zu unserem Ausgangangspunkt wanderten. Mit etwas mehr Gepäck wegen der Hüttenübernachtung ging es dann auf einem Steig steil bergauf, vorbei an Wasserfällen des Kitzelesbachs. Nach gut 700 Höhenmetern erreichte wir die Rüsselsheimer-Hütte, wo wir uns stärkten und unser Quartier bezogen. Mit leichterem Gepäck folgte die zweite, anspruchsvollere Etappe auf den Gahwinden. Entlang steiler Geröllhalden erreichten wir den Aussichtspunkt auf gut 2600 m. Auch dort wurden wir mit einem überwältigenden Rundumblick belohnt. Zum Talschluss des Pitztals war der Mittagskogel, der Rifflsee und die umliegende Bergwelt zu sehen. Gegenüber leuchtete der Kaunergrat mit seinen Gletschern und oberhalb von uns die Hohe Geige. Auch der Abstieg erforderte Konzentration; kurz bevor wir die Rüsselsheimer Hütte erreichten, zweigte ein Serpentinenweg hinauf zum Weissmaurachsee ab. Dieser abgelegene Karsee ist von Geröllhalden umgeben und als einziges Geräuch waren Steinschläge von den in der Nachmittagssonne liegenden Bergflanken zu hören. Der restliche Abstieg zur gemütlichen Rüsselsheimer Hütte war enspannt. Abends ließen wir es uns dann nicht nehmen, den „Gipfelerfolg“ bei Steinbockgulasch mit einem Glas Wein zu feiern.
16.08.2024 Abstieg nach Plangeross (1610 m), Fahrt nach Jerzens und Aufstieg auf den Hochzeiger (2560 m).
Auf gleichem Weg wie beim Aufstieg am Vortag ging es zurück in Tal und weiter nach Plangeross. Dort verabschiedeten wir uns von Gabi, unserer umsichtigen Führerin der letzten drei Tage. Für uns war es ein großes Glück, dass sie so kurzfristig unsere Gruppe übernehmen konnte; Danke dafür! Die letzte Wanderung konnten wir in Eigenregie übernehmen: per Bus nach Jerzens am Ausgang des Pitztals und von dort per Bergbahn auf den Sechszeiger (2350 m). Dort genossen wir den Ausblick und entschieden uns dann für eine kurze Wanderung auf einem Gratweg zum Hochzeiger. Die letzten Meter zum Gipfel gingen auch hier durch verblocktes Felsgelände, stellten aber keine ernsthafte Schwierigkeit dar. Auch hier wurden wir mit schönen Ausblicken in das Pitztal und zu den Mieminger Bergen belohnt, die wir schon bei einer früheren Bergwanderwoche erkundet hatten. Das letzte Abendessen im Hotel war dann eine gute Gelegenheit, die Höhepunkte unserer Wanderwoche zu resümieren und Pläne für das kommende Jahr zu schmieden.
17.08.2023 Rückweg in die Pfalz
Die Rückfahrt in die Pfalz verlief ohne weitere Probleme, erforderte aber wegen des starken Verkehrs Geduld. Damit endete unsere trotz Bergunfall gelungene und eindrucksvolle Bergwanderwoche – auf die Neuauflage im kommenden Jahr freuen wir uns schon jetzt. Die Planung dazu ist schon angelaufen, wobei wir uns jederzeit über Verstärkung freuen!