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2. Tierra Arctic Ultra über 120 km / 2.500 Hm in Nordschweden (07.08.2015)

„Steine, Steine, Steine und noch mehr Steine, nasse Füße, herausfordernde Bachdurchquerungen und schwierige Wegfindung, völlige Autonomie ohne Fluchtmöglichkeit, tolle Landschaft, die für alles entschädigt.“ So charakterisiert Carsten Schneehage vom Bad Dürkheimer Laufclub seinen Ultratrail vom Freitag in Nordschweden. Das sportliche Ergebnis kann sich sehen lassen: ein hervorragender dritter Platz im Gesamtzieleinlauf.

Der 40-jährige Ultraläufer wusste, was im schwedischen Lappland auf ihn zukommt. Denn vor einem Jahr war er die 120 km lange Strecke mit 2.500 Höhenmetern von Nikkaluokta nach Abisko, inklusive Berglauf über 600 Höhenmeter hinauf nach Tarfala, schon einmal gelaufen. In diesem Jahr wurde die Strecke leicht geändert. Mit weiteren Abstechern querfeldein ins Gelände und zusätzlichen 400 Höhenmetern wollte man die angegebenen 2500 Höhenmeter tatsächlich erreichen, was im Vorjahr nicht der Fall war. Das machte die Strecke noch schwieriger. Zum Beispiel war jetzt ein weiterer Bach zu durchqueren. Der aber floss durch eine Art Canyon. „Man steht davor und sagt sich, irgendwie muss man da durch“, erzählt Schneehage. Dann sei er von Klippe zu Klippe gesprungen.

„Immer nur Steine, Steine, Steine“, sagt er zur Schwierigkeit des Geländes, „ich bin tausend Mal gestolpert, aber nie ganz auf die Schnauze geflogen, konnte es immer noch im letzten Augenblick ausbalancieren.“ Natürlich war auch die Orientierung eine Herausforderung. Die Route hatte der Veranstalter zwar in die Karte eingezeichnet, in der Natur fanden sich aber oft nur Trittspuren oder spärliche Markierungen im Ödland, von Weg keine Spur.

Nicht nur für die Orientierung, sondern auch für die Verpflegung musste jeder selbst sorgen. Allerdings fanden die Läufer fast überall reichlich Wasser vor, aus natürlichen Quellen in bester Trinkwasserqualität. Eine Ausstiegsmöglichkeit unterwegs gab es nicht. Wer Probleme bekam oder sich verletzte, musste entweder umkehren oder trotzdem durch bis zum Ziel. Natürlich war eine Notfall- und Schlechtwetter-Ausstattung obligatorisch. Letztere wurde bei relativ gutem Wetter und Temperaturen bis 15 Grad nicht benötigt.

Im vorigen Jahr hatte Carsten Schneehage das Rennen überraschend gewonnen. Den Sieg verdankte er aber nicht nur seinem Laufvermögen, seiner Ausdauer und seinem guten Orientierungsvermögen als früherer Orientierungsläufer, sondern ganz wesentlich der Abwesenheit von Spitzenläufern. Dass sich das in diesem Jahr nicht wiederholte, dazu trug Schneehage selbst bei. Er motivierte nämlich seinen hochkarätigen Laufkameraden Carsten Stegner, der im April Deutscher Meister über 100 km wurde und zum Nationalteam Ultratrail gehört, zum Mitmachen. Und der zeigte, dass er auch in skandinavischem Gelände mithalten kann. Stegner siegte in 14:17 Stunden mit 16 Minuten Vorsprung vor einem Finnen. Dahinter lief Carsten Schneehage in 15:54:06 Stunden als Dritter ins Ziel, mit knapp 26 Minuten Vorsprung auf den Vierten. Das war nur sechs Minuten langsamer als im Vorjahr trotz zusätzlicher 400 Höhenmeter und zusätzlicher Canyon-Kletterei. Insgesamt erreichten auf dieser Langdistanz – daneben gab es noch die 100-km-Strecke auf der klassischen Trekkingroute des Kungsleden – 39 Läuferinnen und Läufer das Ziel, 15 gaben auf oder überschritten das Zeitlimit von 24 Stunden.

Homepage des Veranstalters: <link http: www.tierraarcticultra.se _blank external-link-new-window externen link in neuem>www.tierraarcticultra.se, Fotos und Videos vom Lauf auf der Facebook-Seite des Veranstalters: <link http: www.facebook.com tierraarcticultra _blank external-link-new-window externen link in neuem>www.facebook.com/tierraarcticultra, Erlebnisbericht von Carsten Stegner in seinem Blog: <link http: blog.pure-run.de abenteuer-noerdlich-des-polarkreises _blank external-link-new-window externen link in neuem>

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