16. Bad Dürkheimer Berglauf (20.10.2012)

Jonas Lehmann gewinnt vor Matthias Hecktor und Stefan Hinze – Melanie Weiß siegt vor Tanja Grießbaum und Sabine Rankel

Wieder einmal gab es pünktlich zum Berglauf den Goldenen Oktober: Bilderbuchwetter mit spätsommerlichen Temperaturen. Mit Jonas Lehmann und Melanie Weiß gewannen die Favoriten. 331 Teilnehmer erreichten das Ziel, darunter 13 vom veranstaltenden Bad Dürkheimer Laufclub.

An der Spitze kam es nicht zum erwarteten Zweikampf zwischen Jonas Lehmann und Stefan Hinze (LG DUV), sondern zwischen Lehmann und Matthias Hecktor (beide TuS Heltersberg), der kurzfristig nachgemeldet hatte. Beide setzten sich schon früh ab. Hinze führte die Verfolgergruppe an, von der er sich später ebenfalls deutlich nach vorne entfernte. Am Ende gewann Lehmann in 34:10 Minuten vor Hecktor in 34:32 Minuten. Hinze folgte gut eine Minute später in 35:44. Tom Heuer als Vierter in 36:20 Minuten komplettierte das Dreier-Team des TuS Heltersberg, das in eindrucksvoller Manier den Mannschaftssieg davontrug – übrigens vor der zweiten Mannschaft von TuS Heltersberg.

Entscheidung beim Pokal vertagt
Damit holte der 23-jährige Maschinenbaustudent Lehmann, der im vorigen Jahr den Titel des Deutschen Juniorenmeisters im Berglauf gewann, seinen ersten Sieg in Bad Dürkheim, wo er zum vierten Mal antrat. In der diesjährigen Serie des Pfälzer Berglauf-Pokals war es aber bereits sein dritter Sieg in Folge. Den Pokal hat er allerdings noch nicht gewonnen. Theoretisch kann ihm ihn sein 38-jähriger Vereinskollege Hecktor, der in Bad Dürkheim schon fünfmal gewonnen hat (seit 2002) und den Pokal in den Jahren 2004 bis 2009 ebenso oft holte, noch wegschnappen. Hecktor, der nach einem halben Jahr Pause seinen ersten Wettkampf bestritt, müsste nur bei den kommenden Läufen am Potzberg und an der Kalmit vor Lehmann gewinnen, und der dürfte jeweils nicht mehr als 297 Punkte einstreichen.

Obwohl er nicht um den Sieg mitkämpfen konnte, freute sich Stefan Hinze, der Pfälzer Berglaufpokalsieger der Jahre 2010 und 2011, über seine Leistung als Dritter: „Ich bin ganz zufrieden, weil ich berufsbedingt beim Training Abstriche machen musste. Wenn man das bedenkt, ist der dritte Platz bei dem Feld echt klasse“, sagte er dem Reporter der RHEINPFALZ. Immerhin lief der bereits 49-Jährige nur wenige Sekunden langsamer als bei seinem Sieg am Bismarckturm im Jahr 2010.

Melanie Weiß schnellste Frau
Bei den Frauen trat überraschend Melanie Weiß (TSV Annweiler) an, obwohl sie ein paar Tage zuvor bei einem Sturz im Training eine Knieverletzung erlitten hatte. „Ich habe heute Morgen spontan entschieden zu starten, weil das Knie nicht mehr geschwollen war“, gab sie der Presse zu Protokoll. Sie wird es nicht bereut haben. Denn in 40:34 Minuten lief sie die drittbeste Zeit aller bisherigen Dürkheim-Siegerinnen – nur 17 Sekunden über dem Streckenrekord von Nadine Gill aus dem Jahr 2007 – und gewann mit fast zwei Minuten Vorsprung vor Tanja Grießbaum (LG Rülzheim; 42:27 Minuten). Damit standen zwei Läuferinnen ganz oben auf dem Treppchen, die nicht nur in der pfälzischen, sondern auch in der nationalen Berglaufszene neuerdings zur Spitze zählen. Denn die 28-jährige Südpfälzerin Weiß, die erst in diesem Jahr überhaupt zum Berglauf fand und im Februar am Donnersberg erstmals bei einem derartigen Wettbewerb startete, wurde vor zwei Wochen im Schwarzwald Deutsche Berglaufmeisterin. Und die 20 Jahre alte Tanja Grießbaum holte als DM-Dritte den Juniorentitel.

Als drittschnellste Frau lief Sabine Rankel vom LC Bad Dürkheim in 46:48 Minuten ins Ziel. Im Frühjahr war die 44-Jährige, die jahrelang die beste Pfälzerin im Berglauf war – sie gewann sechsmal in Bad Dürkheim und holte zehnmal den Pokal – nach rund zweijähriger gesundheitsbedingter Wettkampfpause zurückgekehrt. Aber im Vergleich zu ihren beiden vorangegangenen Rennen kam sie diesmal nicht so locker oben an. „Bei Kilometer 7 kam der Mann mit dem Hammer“, sagte sie in Anspielung auf den Einbruch, den typischerweise Marathonläufer gegen Ende des Rennens erleben, „von da an waren die Beine zu.“ Sie hat nach Überwindung ihrer hartnäckigen Rückenprobleme zwar keine Ambitionen mehr, ganz vorne mitzumischen, aber in der Pokalwertung der Altersklasse W40 führt kein Weg an ihr vorbei.

Laufclub-Läufer
Schnellste vom Bad Dürkheimer Laufclub waren wie im Vorjahr Carsten Schneehage (41:03) und Oliver Wild (42:14). Beide mussten aber Abstriche machen gegenüber ihren guten Zeiten vom Vorjahr (40:12 bzw. 40:15 Minuten). Der 37-jährige Schneehage war nach Krankheit noch nicht wieder ganz fit und der 21-jährige Wild musste seinem Studium Priorität vor dem Training einräumen. Die weiteren LC-Männer waren: Stefan Jamin (32 Jahre; 49:46 Minuten), Rainer Hauer (62; 54:45), Dennis Schantz (22; 55:26), Steffen Franck (37; 56:57), Ludwig Mesel (77; 57:17; 2. M75), Jürgen Leistenschneider (74; 57:54; 2. M70), Gholan Allboje (55; 58:27), Bernd Cöllen (71; 1:00:22) und Matthias Karstedt (39; 1:01:55).

Neben Sabine Rankel (1. W40) holte Sonja Deiß als zweitschnellste LC-Läuferin ebenfalls einen Altersklassensieg. In 48:15 Minuten siegte die 34-Jährige in W30. Marion Schwarz (54; 1:00:01) komplettierte das LC-Damenteam, das überraschend die Mannschaftswertung der Damen gewann.

Ergebnisse 2012

Presse

LaufReport

Birgit Schillinger berichtet bei www.laufreport.de

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Start

Bei km 1

Im Wingert bei km 1,2

Am Geiersbrunnen

Kurz vor dem Ziel

Ziel und Siegerehrung