2. Bad Dürkheimer Berglauf (17.10.1998)

Thomas Greger siegt vor Christian Englert – Thomas Bender Fünfter

Nicht der Dürkheimer Thomas Bender, sondern Thomas Greger aus Ludwigshafen jagte am Samstag beim Bad Dürkheimer Berglauf den Vorjahressieger Christian Englert – aber nur bis knapp zur Hälfte. Dann übernahm der 26-jährige Greger, der 10-fache Deutsche Meister und mehrfache Berglaufmeister, die Führung. Mit 33:16 Minuten lief er neuen Streckenrekord für die anspruchsvolle 8,7-km-Strecke mit 510 Höhenmetern, die erst durch den Wingert, dann durch den Wald hinauf zum Bismarckturm führte. Aber auch der geschlagene Englert aus Mutterstadt blieb mit 34:20 Minuten noch um 49 Sekunden unter seiner eigenen Bestmarke. Dritter im Gesamtfeld der 189 Zieleinläufer war der Engländer Quentin D`Arcy im Trikot der LLG Landstuhl.

Für den 18-jährigen Thomas Bender, im vorigen Jahr Zweiter, reichte diesmal die Kondition nicht, um ganz vorn dabei zu sein. Mit 37:27 Minuten wurde er Fünfter, siegte aber klar in der Jugendwertung. Nicht weit dahinter Rafael Bender, der in 38:38 Achter insgesamt und Dritter der Klasse M 20 wurde. Der erst 14-jährige Sven Cappel (alle LC Bad Dürkheim) lief auf Rang 15 ins Ziel. Sensationell seine Zeit: Mit 39:57 gewann er bei den Schülern mit acht Minuten Vorsprung vor Patrik Stein aus Mutterstadt. Mit diesen guten Leistungen holte sich das LC-Trio klar den Sieg in der Mannschaftswertung. (Anmerkung der Redaktion: Das Ergebnis von Sven Cappel wurde später rückwirkend annulliert, weil es irregulär zustande kam. Im Klartext: Der junge Mann hatte abgekürzt.)

Auch bei den Damen stand das LC-Team aus Andrea Kost, Katrin Baath und Marion Pfeiffer oben auf dem Treppchen – allerdings allein. Es gibt in den Vereinen offensichtlich nicht viele Frauen, die einem Berglauf konditionell gewachsen sind. In der Einzelwertung der Damen siegte Brigitte Born aus Zweibrücken in 48:25 vor Brigitte Beucher (Rheinzabern) und Monika Fimpel (Annweiler).

Beim Startschuss lagen dem veranstaltenden Laufclub 200 Meldungen vor, 189 Läuferinnen und Läufer kamen schließlich ins Ziel. Einige waren nicht angetreten, nur einer gab auf. Bis auf ein paar Schrammen, die sich jemand bei einem Sturz zugezogen haben soll, ging alles gut. Das Wetterglück blieb dem Veranstalter treu. „Es ist wieder Berglaufwetter“, hörte man. Manchen war es allerdings zu warm, und sie vermissten unterwegs eine Getränkestation.

Berglaufspezialisten, die schon viel herumgekommen sind, zollten dem Veranstalter großes Lob für die Organisation und die Strecke, die mustergültig präpariert war. Der stürmische Wind machte es allerdings nicht leicht: Mehrfach mussten LC-Organisator Lothar Matscholl und sein Team auf die Strecke, um „Keschde“ und Laub wegzufegen. Zuletzt fielen noch dazu zwei kleine Bäume quer über die Strecke, die aber die Läufer nicht behinderten.

Kurz vor dem Ziel am Bismarckturm ging es am Geiersbrunnen, der steilsten Stelle, richtig zur Sache. Nur wenige Spitzenläufer kamen hier noch leichtfüßig im Laufschritt hinauf. Alle anderen mussten in den Gehschritt wechseln. „Do bin isch geloffe“, hörte man, was heißt, dass der Betreffende gegangen und nicht mehr gelaufen ist. Die Leistung der Volksläufer, die doppelt so lange geschwitzt haben wie der Sieger, würdigte Chef-Organisator Henning Schneehage am Mikrofon im Ziel: „Hier sind alle Sieger“.