1. Bad Dürkheimer Berglauf (18.10.1997)

Gelungene Berglauf-Premiere

Bilderbuchwetter und strahlende Gesichter nicht nur bei den Siegern, sondern auch beim veranstaltenden Bad Dürkheimer Laufclub: Die Berglauf-Premiere wurde zu einem großen Erfolg. 

160 Läuferinnen und Läufer im Ziel – das war für den Anfang nicht schlecht. Denn es gab noch Terminüberschneidungen mit weiteren Läufen in der Region und einem Berglauf im Schwarzwald. Außerordentlich positiv fiel das Urteil der Teilnehmer über die Streckenführung aus, die dem veranstaltenden Team des LC Bad Dürkheim bei der Planung viel Kopfzerbrechen bereitet hatte. Alle waren des Lobes voll über die zwar kräftezehrende, aber wunderschöne, abwechslungsreiche und hervorragend markierte Naturstrecke – ein Kontrastprogramm zu den eher langweiligen Läufen auf Asphalt. „Erst durch den Wingert, dann durch den Wald“ hieß die Parole der Dürkheimer. 

Insgesamt mussten 510 m Höhenanstieg auf 8,7 km Länge bewältigt werden – bei nur 370 Metern Höhendifferenz zwischen Start und Ziel. Das heißt, es ging teilweise auch bergab, um erneut anzusteigen. Wer das Streckenprofil vorher studiert hatte, teilte sich das Rennen gut ein, denn er ahnte, was auf ihn zukam. Die echte Herausforderung kam nämlich zum Schluss. Als nach über 7 km die Muskeln von den ständigen Tempowechseln und den kurzen, aber „knackigen“ Anstiegen schon müde waren, ging es erst richtig zur Sache. Der Weg vom Schlagbaum zum Bismarckturm auf dem Peterskopf wurde immer steiler, und am Geiersbrunnen erreichte die Pulsfrequenz ihr Maximum. Hier schalteten die Bergspezialisten herunter in den schnellen Gehschritt und waren dabei schneller als mancher, der noch den Jogging-Stil versuchte. „Do bin isch geloffe“, hörte man vielfach. Deutsch-Nachhilfe für Nicht-Pfälzer bzw. Nicht-Badener: Der Betreffende ist gegangen und nicht mehr gelaufen.

Mit 35:09 Minuten war Christian Englert aus Mutterstadt der Schnellste, gefolgt von Lokalmatador Thomas Bender, dem erst 17-jährigen Spitzenläufer des LC Bad Dürkheim, in 35:36 und Bernhard Wilhelm vom 1. FC Kaiserslautern in 35:54. Der 33-jährige Englert zählte früher zu den besten deutschen Triathleten und widmet sich heute überwiegend dem Laufsport, tritt als Geschäftsmann und Familienvater aber jetzt kürzer. Dennoch gelingen ihm am Berg, wo es auf die Grundschnelligkeit nicht so sehr ankommt, immer noch sehr gute Ergebnisse.

Bei den Damen siegte in 45:48 Minuten die 41-jährige Gaby Schwan (LSG Karlsruhe) vor der 21-jährigen Saskia Jeck (ABC Ludwigshafen; 47:30), die noch nie ein Rennen am Berg gelaufen war und hier nur einen harten Trainingslauf absolvieren wollte.

Ein heißes Rennen lieferten sich die Jüngsten: Der 12-jährige Patrik Stein aus Mutterstadt gewann bei den Schülern in hervorragenden 47:31 hauchdünn vor dem erst 9-jährigen Lauftalent Christian Ulbrich aus Weinheim (47:32).

Unter den Altersklassensiegern befanden sich bekannte Namen aus der Berglauf- und Volkslaufszene: Joachim Becht (Gazelle Pforzheim) 37:51 (1. M35), Günter Krehl (Vfl Ostelsheim) 38:26 (1. M45), Hans-Jürgen Eichberger (TV Hatzenbühl) 40:29 (1. M50), Herbert Röder (TSV Erlenbach) 42:46 (1. M60), Rudi Czieschla (Freiburger FC) 52:14 (1. M65), Gerda Keßler (Mannheim) 48:07 (1. W30), Annette Johann (TV Rheinzabern) 49:27 (1. W35), Erika Regitz (TV Denzlingen) 51:35 (1. W50), Petra Krehl (Vfl Ostelsheim) 52:16 (1. W55), Toni Wisser (TV Bad Bergzabern) 68:57 (1. W60). Trotz der Belastung durch die Organisation lief Veranstalter Henning Schneehage selbst mit. Denn nur beim Lauf unter Wettkampfbedingungen konnte er sich ein echtes Bild von der selbst ausgetüftelten Strecke machen. Als Sieger der Klasse M55 in 41:14 Minuten reichte er als Gastgeber seinen Preis an den zweitplazierten Uwe Andresen (Worms) weiter.

Die Mannschaftswertung bei den Männern gewann der LC Bad Dürkheim (Thomas und Rafael Bender, Schneehage) in 1:55:30 Stunden vor der LG Weinstraße (Wassmer, Oel, Jamin) in 2:02:35 und LC Schifferstadt (Jung, Jung, Müller) in 2:03:09.

Pfälzer Berglaufpokal ab 1998
In der Berglauf-Szene tut sich etwas: Nachdem in diesem Jahr der Bad Dürkheimer Berglauf neu hinzukam, wird es als Neuerung des nächsten Jahres den „Pfälzer Berglaufpokal“ geben, eine gemeinsame Aktion aller fünf Berglauf-Veranstalter der Pfalz. Vorbilder waren der seit Jahren bewährte „Schwarzwald-Berglaufpokal“, der frühere „Deutsche Berglaufpokal“ sowie die Pokalwertungen in Bayern und Thüringen.

Von fünf Läufen in der Pfalz – Donnersberg, Rietburg/Edenkoben, Bad Dürkheim, Potzberg und Kalmit – werden die besten drei nach Punkten gewertet. Preise winken den Gesamtsiegern bei Männern, Frauen und Mannschaften, sowie den drei Erstplatzierten in allen Altersklassen im 5er-Rhythmus, in der Schülerklasse und bei der Jugend. Alle, die mit mindestens drei Läufen in die Pokalwertung kommen, haben eine Gewinnchance bei der Tombola. Alle Fleißigen, die an allen fünf Läufen teilnehmen, bekommen einen Sonderpreis.

Ergebnisse 1997

Presse

Fotos

von Monika Franck:

Prominente Läufer: Hans-Jürgen Eichberger (2. von links), Wilfried Raatz (ganz rechts)
2. von links: Siegerin Gaby Schwan
Sieger Christian Englert vor Thomas Bender (17 Jahre)
Veranstalter Henning Schneehage (St.-Nr. 555; 1. M55) und Stefan Jamin